Die technische Infrastruktur des staatlichen Datenatlas bei der Bundesdruckerei entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Gutachten, das die verwendete Technologie als "von vorgestern" einstuft. Die Bewertung betrifft ein System, das für die Verarbeitung sensibler Bürgerdaten konzipiert ist.
Der Datenatlas soll als zentrale Plattform verschiedene Datenquellen der öffentlichen Verwaltung zusammenführen. Die Bundesdruckerei betreibt die Infrastruktur im Auftrag der Bundesregierung. Das Gutachten kritisiert konkret die eingesetzte Software-Architektur und die technischen Komponenten, die nicht mehr zeitgemäß sind. Welche konkreten Technologie-Versionen zum Einsatz kommen, wird in der Bewertung nicht im Detail offengelegt.
Die veraltete Technik wirft erhebliche Fragen zur Cybersicherheit auf. Veraltete Systeme erhalten oft keine aktuellen Sicherheits-Updates mehr und sind anfälliger für Angriffe. Gerade bei Plattformen, die auf Bürgerdaten zugreifen, ist das ein kritischer Faktor. Die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung sieht eigentlich moderne, sichere Infrastrukturen für digitale Identitäten und Verwaltungsservices vor.
Die Bundesdruckerei ist als Staatsunternehmen zentral für die digitale Souveränität Deutschlands. Sie entwickelt und betreibt unter anderem Systeme für den elektronischen Personalausweis und andere sensible Anwendungen. Die Kritik am Datenatlas reiht sich ein in eine aktuelle Debatte über die Modernisierung der IT-Infrastruktur im öffentlichen Sektor. Erst kürzlich forderte die Wirtschaft mehr digitale Unabhängigkeit von ausländischen Technologie-Anbietern.
Wie die Bundesdruckerei auf die Kritik reagiert und welche Modernisierungsschritte geplant sind, ist derzeit nicht bekannt. Das Gutachten unterstreicht den Handlungsbedarf bei der technischen Ausstattung kritischer digitaler Infrastrukturen. Für Kommunen und Behörden, die auf zentrale Bundes-Services angewiesen sind, bedeutet die Situation Unsicherheit bei der Planung eigener Digitalisierungsprojekte.
Die Bundesregierung steht unter Druck, die technische Basis für digitale Verwaltungsservices zu modernisieren. Veraltete Systeme gefährden nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Akzeptanz digitaler Angebote bei Bürgern und Unternehmen.